Du kennst Deine Zielgruppe, Dein Angebot und weißt, welches Problem Du löst. Jetzt möchtest Du endlich Deine Webseite aufbauen. Genau an diesem Punkt machen viele einen entscheidenden Fehler: Sie suchen zuerst ein schönes Layout und versuchen anschließend, ihre Inhalte irgendwie hineinzupressen. Dann gibt das Design plötzlich vor, was Du sagen sollst. Drei Kästen im Layout werden zu drei Angeboten, obwohl Du vielleicht nur eines hast. Ein großer Textbereich wird gefüllt, weil er eben da ist. Und ein Button bekommt irgendeine Beschriftung, obwohl noch gar nicht klar ist, wohin der Besucher als Nächstes gehen soll.
Beim Startseitentexte schreiben drehen wir diese Reihenfolge um: Erst klärst Du, was Deine Startseite vermitteln soll. Danach wählst Du ein Layout, das zu Deinen tatsächlichen Inhalten passt.
In diesem Artikel erstellst Du deshalb noch keinen bis ins letzte Wort optimierten Verkaufstext. Du entwickelst einen vollständigen ersten Rohentwurf. Damit hast Du anschließend eine klare Grundlage für die sprachliche Überarbeitung und für das Design Deiner Startseite.
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Dieser Schritt funktioniert am besten, wenn Dein Business-Fundament bereits steht. Du solltest zumindest wissen, wen Du erreichen möchtest, welches Problem oder welchen Wunsch diese Person hat, was Du anbietest und wofür Du stehen möchtest. Wenn Dir diese Grundlagen noch fehlen, dann lade Dir zuerst mein kostenloses Workbook „Dein Roter Faden“ herunter.
Warum Du Deine Startseitentexte vor dem Layout vorbereiten solltest
Eine Startseite ist keine Sammlung hübscher Bereiche. Sie führt einen neuen Besucher durch die wichtigsten Informationen zu Deinem Business. Ein Mensch, der zum ersten Mal auf Deine Webseite kommt, kennt Deine Gedanken nicht. Er weiß möglicherweise weder, was genau Du anbietest, noch ob Dein Angebot zu ihm passt. Deshalb sollte Deine Startseite ihm Orientierung geben. Im Kern muss sie nach und nach Fragen beantworten wie:
➡️ Bin ich hier richtig?
➡️ Worum geht es?
➡️ Versteht diese Person mein Problem oder meinen Wunsch?
➡️ Welche Lösung wird angeboten?
➡️ Kann ich diesem Angebot bzw. dieser Person vertrauen?
➡️ Was soll ich als Nächstes tun?
Das bedeutet nicht, dass jede Startseite exakt dieselben Abschnitte in derselben Reihenfolge braucht. Eine lokale Fußpflegerin benötigt möglicherweise eine andere Besucherführung als eine Unternehmensberatung oder ein Onlineshop. Deshalb bekommst Du in diesem Artikel keine starre Schablone. Du entwickelst eine Reihenfolge, die zu Deinem Angebot und zu Deinem Besucher passt.
1. Sammle zuerst die wichtigsten Informationen, bevor Du formulierst
Öffne dafür ein leeres Dokument oder nimm ein Blatt Papier. Beantworte anschließend diese sechs Fragen zunächst nur in Stichpunkten. Wir schreiben jetzt noch nicht Deine Startseite. Stell Dir diesen Schritt eher so vor, als würdest Du zuerst alle Zutaten bereitlegen, bevor Du anfängst zu kochen. Warum? Weil Du sonst gleichzeitig über Inhalt und Sprache nachdenkst. Das macht ein leeres Dokument unnötig schwer. Zuerst entscheidest Du, was Du sagen möchtest. Erst danach entscheidest Du, wie Du es sagst.
Beispiel: Selbstständige Fußpflegerin
➡️ Deine Zielgruppe: Wen möchtest Du erreichen?
Beispiel: Frauen aus meiner Umgebung, die Wert auf gepflegte Füße legen.
➡️ Das wichtigste Problem oder der wichtigste Wunsch: Warum suchen diese Menschen nach Deinem Angebot?
Beispiel: Sie möchten gepflegte Füße haben, können oder möchten ihre Fußpflege aber nicht selbst durchführen.
➡️ Dein Angebot: Was bietest Du an?
Beispiel: Kosmetische Fußpflege in meinem Studio.
➡️ Das gewünschte Ergebnis: Was hat Dein Kunde nach Deinem Angebot davon?
Beispiel: Gepflegte Füße und das gute Gefühl, sich selbst etwas Gutes getan zu haben.
➡️ Deine Besonderheit bzw. relevante Arbeitsweise: Was ist bei Deinem Angebot oder Deiner Arbeitsweise erwähnenswert?
Beispiel: Ich nehme mir Zeit für meine Kunden und arbeite in ruhiger, persönlicher Atmosphäre.
➡️ Der wichtigste nächste Schritt: Was soll ein interessierter Besucher auf Deiner Startseite tun?
Beispiel: Einen Termin zur Fußpflege anfragen.
Du kannst eine der Fragen noch nicht beantworten?
Dann ist das nicht schlimm, aber wichtig zu erkennen. Wenn Du zum Beispiel noch nicht weißt, wen Du eigentlich erreichen möchtest, wird es später schwierig, einen passenden Startseitentext zu schreiben. Klär deshalb zuerst diesen Punkt und komme anschließend wieder hierher. Wenn Dir mehrere dieser Grundlagen noch fehlen, hilft Dir mein Workbook „Dein Roter Faden“, sie Schritt für Schritt zu erarbeiten.
2. Beginne mit dem ersten sichtbaren Bereich
Der obere Bereich Deiner Startseite wird häufig Hero-Bereich genannt. Er ist besonders wichtig, weil ein neuer Besucher hier sehr schnell einordnen möchte, worum es geht. Für Deinen ersten Entwurf brauchst Du dort drei Dinge:
➡️ Eine Hauptüberschrift.
➡️ Einen kurzen ergänzenden Text.
➡️ Eine klare Handlungsaufforderung.
Deine Hauptüberschrift muss nicht besonders kreativ klingen. Verständlichkeit ist wichtiger als ein Wortspiel, das nur Du verstehst. Nimm dafür Deine Stichpunkte zu Zielgruppe, Angebot und Ergebnis. Schreibe zunächst eine sachliche Version.
Aus dem vorherigen Schritt wissen wir bereits:
➡️ Zielgruppe: Frauen aus der Umgebung, die Wert auf gepflegte Füße legen
➡️ Angebot: Kosmetische Fußpflege
➡️ Wunsch: Gepflegte Füße und sich selbst etwas Gutes tun
➡️ Besonderheit: Ruhige, persönliche Atmosphäre
➡️ Nächster Schritt: Termin anfragen
Daraus können wir jetzt einen ersten Entwurf für den oberen Bereich der Startseite erstellen.
Zu allgemein:
„Zeit für schöne und gepflegte Füße“
Die Überschrift klingt zwar angenehm, aber ein neuer Besucher weiß noch nicht eindeutig, was angeboten wird. Handelt es sich um ein Fußpflegestudio, Pflegeprodukte oder vielleicht ein Nagelstudio?
Verständlicher:
„Kosmetische Fußpflege in [Ort]“
Jetzt ist sofort klar, welches Angebot den Besucher erwartet. Wenn Du hauptsächlich Kunden aus Deiner Umgebung erreichen möchtest, hilft die Ortsangabe zusätzlich bei der Einordnung. Unter der Überschrift kannst Du den Wunsch Deiner Kunden und Deine Besonderheit ergänzen:
Ergänzender Text:
„Gönn Deinen Füßen eine professionelle Pflege in ruhiger und persönlicher Atmosphäre.“
Jetzt fehlt noch die Handlungsaufforderung. Unsere Fußpflegerin möchte, dass interessierte Besucher einen Termin anfragen. Deshalb passt z.B.:
Button: „Termin anfragen“
Damit haben wir aus den Stichpunkten des vorherigen Schrittes bereits einen ersten Hero-Bereich erstellt. Dieser Text muss noch nicht perfekt sein. Wichtig ist zunächst, dass ein neuer Besucher versteht, was Du anbietest, ob das Angebot für ihn interessant ist und was er als Nächstes tun kann. Hier ein Beispiel, wie es dann aussehen könnte:

KI-generiertes Beispielbild
3. Entscheide, was Dein Besucher als Nächstes wissen muss
Jetzt kommt der Punkt, an dem starre Startseiten-Vorlagen häufig scheitern. Es gibt nicht den einen Abschnitt, der immer an Position zwei stehen muss. Frag Dich stattdessen: Welche Frage entsteht im Kopf meines Besuchers, nachdem er den ersten Bereich gelesen hat?
Bei einem Problem, das der Besucher sehr deutlich spürt, kann es sinnvoll sein, seine Situation aufzugreifen. Bei einem bekannten und leicht verständlichen Angebot kannst Du möglicherweise direkt die Leistungen zeigen. Bei einem erklärungsbedürftigen Angebot braucht es vielleicht zunächst eine kurze Erklärung.
Beispiel Coach
Der Besucher hat im ersten Bereich bereits verstanden, dass Du als Coach Menschen dabei unterstützt, sich beruflich neu zu orientieren. Seine nächste Frage könnte jetzt sein: „Ist dieses Coaching überhaupt für meine Situation gedacht?“
Als nächsten Abschnitt könntest Du deshalb typische Situationen aufgreifen: Der aktuelle Job fühlt sich nicht mehr richtig an, eine berufliche Veränderung steht bevor oder der Wunsch nach einer neuen Richtung ist da, aber der erste Schritt fehlt. So kann der Besucher erkennen, ob er sich in Deinem Angebot wiederfindet, bevor Du Dein Coaching genauer vorstellst.
Beispiel Kosmetikerin
Der Besucher weiß nach dem ersten Bereich bereits, dass Du kosmetische Gesichtsbehandlungen in Deinem Studio anbietest. Jetzt könnte er sich fragen: „Welche Behandlung ist denn für meine Haut geeignet?“
Statt direkt alle Behandlungen und Preise aufzulisten, könntest Du zunächst verschiedene Wünsche oder Hautbedürfnisse aufgreifen, zum Beispiel trockene Haut, unreine Haut oder den Wunsch nach einer intensiven Pflege und einer kleinen Auszeit. Anschließend kannst Du zu Deinen Behandlungen führen und zeigen, welche Möglichkeiten Du dafür anbietest.
4. Stelle Dein Angebot verständlich vor
Irgendwann muss Deine Startseite beantworten, wie Du konkret helfen kannst. Ein häufiger Fehler ist, nur den Namen einer Leistung zu nennen. „Webdesign“, „Coaching“, „Massage“ oder „Beratung“ sagt zwar, wie die Leistung heißt, aber noch nicht, was der Kunde davon hat. Versuche deshalb, Dein Angebot nicht nur zu benennen, sondern kurz einzuordnen. Dein Besucher sollte verstehen können:
➡️ Was bekommt der Kunde?
Welche konkrete Leistung, Unterstützung oder Lösung bietest Du an?
➡️ Wobei unterstützt ihn das Angebot?
Welches Problem wird damit aufgegriffen bzw. welcher Wunsch soll erfüllt werden?
➡️ Wo erfährt er mehr bzw. was soll er als Nächstes tun?
Führst Du ihn zu einer ausführlichen Angebotsseite, zu Deinen Preisen oder direkt zu einer Termin- bzw. Kontaktanfrage?
Du musst dabei nicht alle Leistungen bis ins kleinste Detail erklären. Die Startseite soll zunächst einen Überblick geben und Deinem Besucher helfen zu erkennen, welches Angebot für ihn interessant sein könnte. Ausführlichere Informationen kannst Du auf den jeweiligen Angebotsseiten unterbringen. Für unser Beispiel der kosmetischen Fußpflege könnte ein erster Rohentwurf so aussehen:

KI-generiertes Beispielbild
Hier wird nicht nur „Kosmetische Fußpflege“ als Leistung genannt. Der Besucher bekommt bereits eine erste Vorstellung davon, was ihn erwartet, und weiß anschließend, wo er weitere Informationen findet.
Wenn Du mehrere Angebote hast, musst Du außerdem nicht jedem davon gleich viel Platz auf Deiner Startseite geben. Überlege, welche Angebote für Deine Besucher besonders wichtig sind, und führe von dort gezielt zu den ausführlicheren Informationen weiter. Für Deinen Rohentwurf reicht es zunächst aus, wenn Du für jedes Deiner Hauptangebote einen kurzen Text aus zwei bis drei Sätzen und einen passenden nächsten Schritt formulierst.
5. Plane Vertrauen bewusst ein
Ein neuer Besucher kennt Dich möglicherweise nicht. Behauptungen allein schaffen deshalb noch kein Vertrauen. Überlege, welche Informationen Deine Aussagen glaubwürdiger und einschätzbarer machen. Das können Kundenstimmen, Referenzen, Arbeitsbeispiele, konkrete Erfahrungen, Qualifikationen, nachvollziehbare Abläufe oder Einblicke in Deine Arbeitsweise sein. Wichtig ist nicht, möglichst viele Vertrauenselemente auf Deiner Startseite unterzubringen. Überlege stattdessen, welche Fragen oder Unsicherheiten ein potenzieller Kunde haben könnte und was ihm bei seiner Entscheidung hilft.
Eine Fußpflegerin könnte zum Beispiel Bilder ihres Studios zeigen. So bekommt ein neuer Kunde bereits vor seinem ersten Termin einen Eindruck von den Räumlichkeiten und der Atmosphäre. Kundenstimmen können zusätzlich zeigen, welche Erfahrungen andere Kunden bereits gemacht haben.
Bei einem Coach spielen möglicherweise andere Fragen eine Rolle. Ein potenzieller Kunde möchte vielleicht wissen, wie das Coaching abläuft, welche Erfahrung der Coach mitbringt oder ob bereits andere Menschen mit ähnlichen Themen begleitet wurden. Hier können eine kurze Erklärung des Ablaufs, passende Qualifikationen oder authentische Kundenstimmen Vertrauen schaffen.
Bei einer Kosmetikerin können wiederum Bilder des Studios, Informationen zur verwendeten Kosmetik, eine verständliche Beschreibung der Behandlungen oder Kundenbewertungen hilfreich sein.
Frag Dich deshalb nicht: „Was kann ich alles über mich zeigen?“, sondern:
„Was möchte mein potenzieller Kunde wissen oder sehen, damit er mein Angebot besser einschätzen kann?“
6. Schreibe einen kurzen Über-mich-Bereich
Auf Deiner Startseite möchten Besucher nicht nur erfahren, was Du anbietest, sondern auch, wer hinter dem Angebot steht. Gerade wenn Du eine persönliche Dienstleistung anbietest, kann dieser Bereich dabei helfen, einen ersten Eindruck von Dir und Deiner Arbeitsweise zu bekommen. Dafür brauchst Du auf der Startseite aber nicht Deine gesamte Lebensgeschichte. Überlege stattdessen, welche Informationen für einen potenziellen Kunden an dieser Stelle wirklich relevant sind.
Orientiere Dich für Deinen ersten Entwurf an diesen drei Fragen:
➡️ Wer bist Du?
Stelle Dich kurz mit Deinem Namen und Deiner Tätigkeit vor
➡️ Was machst Du?
Beschreibe in ein bis zwei Sätzen, wobei Du Deine Kunden unterstützt
➡️ Warum bist Du die richtige Person dafür?
Hier können z. B. Deine Erfahrung, Deine Ausbildung, Deine Arbeitsweise oder etwas stehen, das Dich und Dein Angebot besonders macht.
Gerade die letzte Frage ist wichtig. Schreibe nicht einfach alles auf, was es über Dich zu erzählen gibt. Frage Dich stattdessen:
Welche Information hilft meinem Besucher dabei, mich und meine Arbeit besser einzuschätzen?
Für den ersten Entwurf reichen drei bis fünf Sätze völlig aus. Wenn Du eine eigene Über mich Seite hast, kannst Du anschließend mit einem Button wie „Mehr über mich“ dorthin weiterführen. Für unser Beispiel der kosmetischen Fußpflege könnte der Aufbau so aussehen:
Dein Ziel für diesen Schritt: Schreibe einen ersten kurzen Text, der zeigt, wer hinter Deinem Angebot steht ohne daraus bereits Deine komplette Über mich Seite zu machen.

KI-generiertes Beispielbild
7. Lege Deine Handlungsaufforderungen fest
Eine gute Startseite endet nicht einfach nach dem letzten Absatz. Sie führt Deinen Besucher weiter. Deshalb solltest Du bei jedem wichtigen Bereich Deiner Startseite überlegen: Was soll ein interessierter Besucher von hier aus als Nächstes tun?
Vielleicht möchtest Du, dass er:
➡️ eine Leistung ansehen,
➡️ einen Termin anfragen,
➡️ Kontakt aufnehmen,
➡️ ein kostenloses Angebot herunterladen,
➡️ einen passenden Blogartikel lesen,
➡️ eine Angebotsseite öffnen.
Diese nächsten Schritte machst Du mit sogenannten Call-to-Actions (CTA) sichtbar. Das sind häufig Buttons oder Links, die Deinen Besucher gezielt weiterführen.
Wichtig dabei ist, dass nicht jeder Button zum gleichen Ziel führen muss. Nach einer kurzen Angebotsübersicht kann beispielsweise „Mehr über die Fußpflege erfahren“ sinnvoll sein. Nach einem Vertrauens- oder Über mich-Bereich vielleicht „Mehr über mich“. Wenn der Besucher bereits genug Informationen bekommen hat, kann der nächste Schritt „Termin anfragen“ sein.
Achte außerdem darauf, dass Dein Button möglichst konkret beschreibt, was nach dem Klick passiert.
Statt eines allgemeinen: [Mehr erfahren] z B.:
[Fußpflege ansehen]
[Termin anfragen]
[Preise ansehen]
[Mehr über mich]
8. Setze Deinen ersten Startseiten-Entwurf zusammen
Jetzt hast Du einzelne Textbausteine. Ordne sie so, dass ein neuer Besucher logisch durch Deine Seite geführt wird. Eine mögliche Reihenfolge könnte sein:
➡️ Hero-Bereich.
➡️ Situation oder Problem/Wunsch.
➡️ Angebot bzw. Lösung.
➡️ Vertrauen.
➡️ Über Dich.
➡️ Abschließender CTA.
Das ist nur ein Beispiel. Wenn Dein Angebot eine andere Reihenfolge benötigt, ändere sie. Lies anschließend alles einmal aus Sicht eines Menschen, der Dein Business noch nicht kennt und versuche es zu verstehen, worum es geht, versteht man es? Ist das Angebot genau passend für die Zielgruppe? Ist die Reihenfolge überhaupt logisch und werden die Zweifel der Personen beantwortet? Weiß derjenige, was er als nächstes tun soll?
Tipp: Nutze eine Mindmap
Ordne Deine geplanten Startseitenbereiche z. B. in MindMeister als Mindmap an. So siehst Du auf einen Blick, was bereits steht, was noch fehlt und ob die Reihenfolge sinnvoll ist. Die konkrete Umsetzung zeige ich Dir im Video.
Was Du jetzt noch nicht machen musst
An diesem Punkt musst Du nicht jede Überschrift perfektionieren, jeden Satz kürzen oder fünfzehn Varianten für einen Button testen. Das ist bewusst der Unterschied zwischen einem Rohentwurf und fertigen Startseitentexten.
Der Rohentwurf beantwortet:
Was muss auf meine Startseite und in welcher Reihenfolge?
Die sprachliche Vertiefung beantwortet:
Wie formuliere ich jeden einzelnen Bereich klar, konkret und passend zu meiner Zielgruppe?
Genau diese Trennung spart Dir Zeit.
ChatGPT beim Startseitentexte schreiben sinnvoll einsetzen
ChatGPT kann Dir beim Formulieren helfen. Es sollte aber nicht Dein Business-Fundament erfinden. Ein sinnvoller einfacher Prompt für Deinen Rohentwurf lautet:
„Ich erstelle gerade einen ersten Entwurf meiner Startseite. Meine Zielgruppe ist [Zielgruppe]. Ihr wichtigstes Problem bzw. ihr Wunsch ist [Problem/Wunsch]. Mein Angebot ist [Angebot]. Das gewünschte Ergebnis ist [Ergebnis]. Meine relevante Besonderheit ist [Besonderheit]. Der wichtigste nächste Schritt auf meiner Webseite ist [CTA]. Hilf mir, diese Informationen in eine sinnvolle Reihenfolge für eine Startseite zu bringen. Erfinde keine zusätzlichen Aussagen, Zielgruppenmerkmale oder Kundenergebnisse.“
Übernimm die Vorschläge von ChatGPT nicht einfach ungeprüft. Schau Dir jeden Vorschlag genau an und verwende nur Formulierungen, die wirklich zu Dir, Deinem Angebot und Deiner Zielgruppe passen.
🎥 Startseitentexte starten: So baust Du Deine Texte Schritt für für Schritt auf
Im Video zeige ich Dir an einem konkreten Beispiel, wie ich aus den vorhandenen Business-Grundlagen Schritt für Schritt einen Startseiten-Rohtext entwickle. So kannst Du sehen, wie aus Stichpunkten tatsächliche Formulierungen werden, ohne dass das Layout den Inhalt vorgibt.
Häufige Fehler beim Schreiben von Startseitentexten
Fehler 1: Es ist nicht klar, was Du anbietest
Aussagen wie „Zeit für Dich“, „Entfalte Dein Potenzial“ oder „Schönheit, die von innen kommt“ können gut klingen, sagen aber noch nicht unbedingt, welches Angebot sich dahinter verbirgt. Ein neuer Besucher sollte nicht erst mehrere Abschnitte lesen müssen, um herauszufinden, was Du eigentlich machst.
Fehler 2: Du möchtest jeden ansprechen
Vielleicht möchtest Du niemanden ausschließen und formulierst Deine Texte deshalb möglichst allgemein. Das kann jedoch dazu führen, dass sich am Ende niemand wirklich angesprochen fühlt. Du musst Deine Zielgruppe nicht in jedem zweiten Satz nennen. Deine Texte sollten aber erkennen lassen, für wen Dein Angebot gedacht ist und bei welchem Problem oder Wunsch Du helfen kannst.
Fehler 3: Du schreibst nur über Deine Leistung
„Ich biete Fußpflege an.“
„Ich biete Coachings an.“
„Ich biete Gesichtsbehandlungen an.“
Damit weiß der Besucher zwar, was er buchen kann. Es fehlt aber noch die Verbindung zu seiner eigenen Situation. Erkläre deshalb nicht nur, was Du anbietest, sondern auch, warum dieses Angebot für Deinen Kunden interessant sein könnte.
Fehler 4: Du verwendest viele allgemeine Begriffe
„Individuell“, „professionell“, „hochwertig“, „ganzheitlich“ oder „maßgeschneidert“ findest Du auf sehr vielen Webseiten. Solche Begriffe sind nicht grundsätzlich falsch. Problematisch werden sie, wenn der Besucher nicht versteht, was sie bei Dir konkret bedeuten. Wenn Du z.B. von einer „individuellen Beratung“ sprichst, kannst Du erklären, was Du dabei tatsächlich individuell machst.
Fehler 5: Du packst zu viele Informationen auf die Startseite
Deine Startseite muss nicht jede einzelne Frage beantworten und jede Leistung bis ins kleinste Detail erklären. Ihre Aufgabe ist zunächst, Orientierung zu geben und den Besucher zu den Informationen weiterzuführen, die für ihn interessant sind. Ausführliche Leistungsbeschreibungen können zum Beispiel auf einer eigenen Angebotsseite stehen.
Fehler 6: Deine Startseite hat keinen klaren nächsten Schritt
Der Besucher hat Deine Texte gelesen und interessiert sich für Dein Angebot. Aber was soll er jetzt tun? Wenn Du möchtest, dass er einen Termin anfragt, Dein Angebot genauer anschaut oder Kontakt mit Dir aufnimmt, solltest Du ihm diese Möglichkeit deutlich zeigen. Verwende dafür möglichst konkrete Handlungsaufforderungen wie „Termin anfragen“, „Behandlungen ansehen“ oder „Kennenlerngespräch vereinbaren“.
Fehler 7: Du möchtest schon beim ersten Entwurf den perfekten Text schreiben
Dieser Fehler kann dazu führen, dass Du zehn Minuten an einer einzigen Überschrift sitzt und trotzdem nicht weiterkommst. Genau deshalb erstellen wir in diesem Artikel zuerst einen Rohentwurf. Schreibe zunächst auf, was Du sagen möchtest. Danach kannst Du Deine Formulierungen Schritt für Schritt verbessern. Ein unperfekter Satz lässt sich überarbeiten. Eine leere Seite nicht.
Checkliste: Dein erster Startseiten-Entwurf
- Grundlagen gesammelt
- Hero-Bereich als Rohfassung erstellt
- Nächsten logischen Abschnitt festgelegt
- Hauptangebot bzw. Hauptangebote eingeordnet
- Vertrauenselemente ausgewählt
- Kurzen Über mich-Abschnitt vorbereitet
- Handlungsaufforderungen festgelegt
- Alle Bereiche in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht
- Entwurf aus Sicht eines neuen Besuchers geprüft
Häufige Fragen
Müssen meine Startseitentexte fertig sein, bevor ich mit Divi beginne?
Nein. Du brauchst nicht jedes Wort endgültig festgelegt. Ein vollständiger Rohentwurf hilft Dir aber dabei, ein Layout auszuwählen, das zu Deinen Inhalten passt, statt Deine Inhalte an ein Layout anzupassen.
Kann ich meine Startseitentexte komplett mit ChatGPT schreiben?
Grundsätzlich ja, aber: Sinnvoll ist es trotzdem, die inhaltliche Grundlage selbst vorzugeben. Eine KI kennt Deine tatsächlichen Kunden, Deine Erfahrungen und Dein Angebot nicht automatisch. Je klarer Deine Grundlage ist, desto brauchbarer werden die Formulierungen.
Muss jede Startseite gleich aufgebaut sein?
Nein. Die Bereiche in diesem Artikel sind Orientierungspunkte. Welche Du brauchst und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind, hängt von Deinem Angebot, Deiner Zielgruppe und dem nächsten gewünschten Schritt ab.
Wie lang sollten Startseitentexte sein?
Es gibt keine allgemeingültige Wortzahl. Entscheidend ist, ob ein neuer Besucher genügend Informationen bekommt, um Dein Angebot zu verstehen, Vertrauen aufzubauen und sinnvoll weiterzugehen.
Fazit: Erst Inhalt, dann Layout
Startseitentexte schreiben bedeutet nicht, sofort perfekte Werbetexte zu produzieren. Dein erster wichtiger Schritt ist Klarheit. Wenn Du weißt, welche Botschaft in den ersten Bereich gehört, welche Frage danach beantwortet werden muss, wie Du Dein Angebot einordnest, womit Du Vertrauen aufbaust und wohin Du Deinen Besucher führen möchtest, hast Du das inhaltliche Gerüst Deiner Startseite.
Mit Deinem ersten Rohentwurf hast Du deshalb bereits einen wichtigen Schritt geschafft: Du startest nicht mehr mit einer leeren Seite und musst Dir beim Aufbau Deiner Webseite überlegen, welche Inhalte wohin gehören. Stattdessen hast Du Deine Gedanken gesammelt, geordnet und daraus einen ersten roten Faden für Deine Startseite entwickelt. Lies Deinen Entwurf anschließend noch einmal aus Sicht Deines Besuchers und versuche zu erkennen, worum es auf Deiner Webseite geht. Versteht er, was Du anbietest und wobei Du ihn unterstützen kannst? Bekommt er die Informationen, die er für seine Entscheidung benötigt? Und weiß er an den entscheidenden Stellen, wie es weitergeht?
Dabei muss noch nicht jeder Satz perfekt formuliert sein. Streiche Wiederholungen, vereinfache unnötig komplizierte Formulierungen und prüfe vor allem, ob Deine Texte verständlich sind und zu Dir passen. Erst danach lohnt es sich, Deine Formulierungen gezielt zu verfeinern und ein Layout auszuwählen, das Deine Inhalte sinnvoll unterstützt.
So hast Du nicht einfach irgendein Design mit Text gefüllt, sondern Deine Startseite Schritt für Schritt aus den Informationen aufgebaut, die Dein Besucher tatsächlich benötigt.


